Haut

Spezielle Hautpflege

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Neue Erkenntnisse in der Behandlung von Patient*innen mit Xerosis cutis

Orientierungshilfen für den Praxisalltag

Die Symptome und Folgen von Xerosis cutis können für Patient*innen sowohl körperlich als auch psychisch belastend sein. Neben körperlichen Symptomen wie Juckreiz, Schuppungen und Rötungen zeigte sich, dass von Xerosis cutis betroffene Patient*innen häufig unter Stigmatisierung und psychischen Belastungen leiden. Umso wichtiger ist es, Diagnose, Therapie und Prävention auf die individuellen Bedürfnisse der Patient*innen anzupassen. Worauf es bei diesen Schritten ankommt und wie Patient*innen optimal begleitet werden können, erläuterten Prof. Matthias Augustin (Hamburg) und Prof. Petra Staubach-Renz (Mainz) bei einem Symposium auf dem diesjährigen EADV-Kongress in Berlin. Darüber hinaus stellten sie neue Studienergebnisse zur Behandlung von Xerosis cutis mit hochkonzentriertem Urea vor.

Xerosis cutis spielt eine große Rolle im dermatologischen Praxisalltag – mehr als 20% der deutschen Bevölkerung ist von trockener Haut betroffen. [1] Hauttrockenheit entsteht aufgrund einer Störung der natürlichen Barrierefunktion der Haut und einem Mangel an feuchtigkeitsspendenden Faktoren. Diese Störungen können durch verschiedene Ursachen wie eine veränderte Zusammensetzung der interzellulären Lipidschicht aufgrund exogener oder endogener Einflüsse ausgelöst werden. Xerosis cutis ist ein wichtiger Prädiktor für eine große Zahl von Hauterkrankungen. [2] Besonders häufig betroffen sind höhere Altersgruppen. Geschlechtsspezifische Unterschiede wurden bisher nicht beobachtet. [1]

Betroffene leiden häufig nicht nur unter den dadurch verursachten körperlichen Symptomen, sondern auch unter weiteren Faktoren wie Stigmatisierung und psychischen Belastungen. Eine explorative Studie zum Leidensdruck der von Xerosis cutis Betroffenen und neuen Erkenntnissen über die Auswirkungen der Hautpflege hat gezeigt, dass Betroffene häufig unter Körperdysmorphie, Depressionen und Ängsten leiden. Für die Querschnittsstudie wurden Menschen mit und ohne Xerosis cutis hinsichtlich ihrer psychischen Belastungsfaktoren charakterisiert. Um die Wirksamkeit von Hautpflegeprodukten zu testen, wurden die Probanden mit Xerosis cutis mit einer 5%-igen Urea Lotion behandelt. Bereits nach 14 Tagen stellten sich Verbesserungen sowohl bei der klinischen Symptomatik der Xerosis cutis als auch bei der wahrgenommenen Lebensqualität und Stigmatisierung ein. [3]

Verbesserte Lebensqualität durch ein Pflegeprodukt mit 10% Urea

Erste Studiendaten zeigen, dass sich eine Behandlung mit einem Pflegeprodukt, welches auf einer topischen Formulierung mit 10% Urea basiert, als äußert effektiv erweist: eine neue Studie umfasste bis dato eine Personengruppe von 20 Proband*innen im Alter von 60-75 Jahren, welche alle von Xerosis cutis betroffen waren. Über einen Zeitraum von 28 Tagen nutzten die Probanden die Lipikar 10% Urea Lotion zweimal täglich, ausschließlich an den unteren Extremitäten. Bereits nach vier Wochen wurden erste Ergebnisse festgestellt, welche auf eine signifikante Verbesserung hindeuten. Der Xerosis Score (Skala 0-5), welcher die Schwere der Erkrankung misst, betrug zu Beginn der Studie durchschnittlich 3,62 und sank nach vier Wochen auf einen Wert von 1,36. Auch die allgemeine Zufriedenheit der Proband*innen (Skala 0-10) verbesserte sich deutlich: der angegebene Durchschnittswert lag anfangs bei 5,3 und stieg im weiteren Verlauf auf 8,8 an. Der Xerosis Area and Severity Index (Skala 0-18) verbesserte sich von 9,1 auf 2,2. [4]

Frühzeitig therapieren – Grunderkrankungen gezielt behandeln

Für eine optimale Therapie ist zudem eine frühzeitige klinische Diagnose von großer Bedeutung. Wichtig ist, die Möglichkeit einer Xerosis cutis als Nebenbefund in Betracht zu ziehen und von Anfang an Trigger oder Grunderkrankungen festzustellen und gezielt zu behandeln. Auch potenzielle Risikofaktoren können durch ein Patient*innengespräch erkannt werden – dabei kann es sich um Vorerkrankungen in der Familie, äußere Umstände, wie sie bei bestimmten Berufsgruppen vorliegen, hormonelle Veränderungen oder die Einnahme bestimmter Medikamente handeln. Die anschließende Diagnose von Xerosis cutis wird durch die Bewertung von Symptomen wie Schuppungen, Fissuren, Rötungen oder Juckreiz gestellt, welche von leicht bis sehr schwer variieren können. [2]

Stärkung der Hautbarriere und präventive Maßnahmen

Die Behandlung von Xerosis cutis erfordert eine Therapie, welche die Hautbarriere wiederherstellt und somit den transepidermalen Wasserverlust reduziert. Dabei sollte auf eine Kombination aus lipophilen und hydrophilen, also fettenden, filmbildenden und feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen sowie additiv hautberuhigenden Inhaltsstoffen gesetzt werden. Dies umfasst Wirkstoffe wie den natürlichen Feuchtigkeitsfaktor Urea oder natürliche Fette wie Shea Butter. Durch die Anwendung topischer Produkte kann das Gleichgewicht der epidermalen Barrierefunktion wiederhergestellt und durch äußere Ursachen entstehende Irritationen können vermieden werden.

Um das weitere Auftreten von Xerosis cutis zu verhindern, ist es zudem wichtig, Patient*innen über mögliche Trigger-Faktoren aufzuklären und präventive Maßnahmen zu empfehlen. Das können leicht in den Alltag integrierbare Maßnahmen sein, wie heiße Duschen zu vermeiden und auf milde, parfümfreie Pflegeprodukte zu setzen. [2]

Patient*innen unterstützen und Adhärenz erhöhen

Um den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen gerecht zu werden und die Adhärenz zu erhöhen, sollten verschiedene Maßnahmen ergriffen werden. Eine fundierte Aufklärung der Patient*innen in verständlicher Sprache ist von großer Bedeutung – durch klare Kommunikation können Patient*innen verstehen, welchen Stellenwert die Behandlung hat und auf welche Weise sie korrekt durchgeführt wird. Darüber hinaus sollten Patient*innen in die Wahl des passenden Produkts miteingebunden werden, um sicherzustellen, dass es ihren individuellen Bedürfnissen entspricht. Dafür können Produktproben vor Ort in der Praxis oder zuhause getestet werden, um Patient*innen eine Auswahlmöglichkeit zu geben und die Verträglichkeit verschiedener Produkte zu prüfen. Im Nachgang sollten zudem schriftliche Anweisungen erfolgen, um Missverständnissen vorzubeugen.

Sollte es dennoch zu einer schlechten Adhärenz kommen, ist es wichtig, die Gründe dafür zu erörtern und gemeinsam Lösungen zu erarbeiteten. Auch das Praxispersonal sollte eingebunden und entsprechend fortgebildet werden, denn die Mitarbeiter*innen spielen eine wichtige Rolle in der Beziehung zu den Patient*innen und können diese bei der korrekten Anwendung eines Produkts unterstützen. Indem Patient*innen aktiv in den Entscheidungsprozess mit eingebunden werden, kann eine effektive Zusammenarbeit gelingen und die Bedürfnisse der Betroffenen bestmöglich und schnell erfüllt werden. [2]

Quelle: mdm-MedienDiensteMedizin-Verlags GmbH

Literatur: Bei mdm-MedienDiensteMedizin-Verlags GmbH

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