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Krebstherapie: Individualisierte Ernährungstherapie hilft Mangelernährung zu verhindern

Eine keimarme Ernährung in der Behandlung von Krebspatientinnen und -patienten ist aus Sicht der Wissenschaft mit erheblichen Risiken verbunden und sollte nicht länger praktiziert werden. Stattdessen fordern Experten-Organisationen eine individualisierte Ernährungstherapie, um Mangelernährung zu verhindern.

Das Fleisch sollte vor dem Verzehr unbedingt durchgegart sein. Foto: cottonbro/pexels

Lange galt es als Standard, bei onkologischen Patientinnen und -patienten mit intensiver Chemotherapie und/oder Stammzelltherapie auf eine sogenannte „keimarme Ernährung“ zu achten, bei der die Auswahl der Nahrungsmittel stark beschränkt ist und beispielsweise frisches Obst und Gemüse sowie nicht erhitzte Lebensmittel und Gewürze tabu sind. In einer evidenzbasierten Stellungnahme weisen Experten jetzt auf die wissenschaftlichen Fakten hin: Mit der bisher durchgeführten keimarmen Ernährung (KE) seien demnach deutlich mehr Risiken als Vorteile für die Betroffenen verbunden. Zu den Kooperationspartnern und Unterzeichnern der Stellungnahme gehört auch die Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Onkologie (PRIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft.

Die Evidenzlage zeige keine Anhaltspunkte dafür, dass die Infektionshäufigkeit durch die keimarme Ernährung geringer ausfällt als durch eine normale Ernährung. Im Gegenteil würden verschiedene Metaanalysen sogar eine erhöhte Infektionsanfälligkeit bei Einhalten einer keimarmen Ernährung zeigen. Problematisch sei vor allem das hohe Risiko einer Mangelernährung bei dieser Ernährungsform. Das Robert Koch-Institut rät seit 2021 von der keimarmen Ernährung für immunsupprimierte Patienten explizit ab, weist aber auf die Einhaltung von Küchenhygiene im Umgang und der Verarbeitung von Lebensmitteln hin und gibt orientierende Hinweise zur Vermeidung von nahrungsmittelassoziierten Erkrankungen (z.B. nur durchgegartes Fleisch, mind. pasteurisierte Milchprodukte).

Die unterzeichnenden Fachgesellschaften und Arbeitsgruppen fordern in ihrer Stellungnahme deshalb, Patienten unter und nach intensiven Chemotherapien umfassend ernährungsmedizinisch zu beraten. Jeder Gewichtsabnahme müsse durch geeignete ernährungsmedizinische Maßnahmen begegnet werden. Dabei stehe die qualifizierte Ernährungsberatung mit der Schulung der Patienten bzgl. Einhaltung von Küchenhygiene an erster Stelle.

Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft

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