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Faltenbehandlung: Viel hilft viel?

Dr. med. Andreas Britz leitet als Facharzt für Dermatologie und Venerologie eine eigene Praxisklinik in Hamburg. Die Diskurs Dermatologie sprach mit dem Spezialisten auf dem Gebiet der Faltenbehandlung über den Status Quo der Behandlung mit Dermalfillern.

Dr. Britz, gibt es ein bestimmtes Gesichtsareal, auf das Sie sich spezialisiert haben, und gibt es auch Areale, die Sie auf keinen Fall mit Hyaluronsäure behandeln würden?

Dr. med. Andreas Britz Foto: privat

Dr. Britz: Der Full-Face-Approach mit Hyaluronsäure bietet ja grundsätzlich die Möglichkeit, alle Areale des Gesichts zu behandeln. Man kann dabei schon sagen, dass in den letzten Jahren der Fokus vornehmlich auf dem Mittelgesicht liegt im Sinne der Volumisierung. Durch definierte Injektionspunkte auf der knöchernen Struktur des Jochbeines lassen sich mit wenigen Injektionen hervorragende Ergebnisse erzielen.

Der Trend, alle Bereiche des Gesichtes zu behandeln, birgt allerdings ein nicht zu unterschätzendes Risiko bezüglich der Nebenwirkungen. Es gibt einige Areale im oberen Gesichtsdrittel, in denen statistisch besonders häufig Filler-Nebenwirkungen auftreten: hier wären vor allem Glabella, Schläfen, Nase und die Tränenrinne zu nennen. Hier ist es besonders wichtig, dass sehr gute anatomische Kenntnisse vorhanden sind, um besonders die schweren Nebenwirkungen wie Gewebenekrose und Visusverlust tunlichst zu vermeiden.

Wie wichtig ist eine umfassende Aufklärung aus Ihrer Sicht?

Dr. Britz: Eminent wichtig! Eine Aufklärung so umfassend wie möglich durchzuführen, beinhaltet vor allem die allgemeine Anamnese, Medikamenten-Anamnese und Kenntnisse über Vorbehandlungen, d.h. chirurgische und ästhetische Eingriffe im Gesichtsbereich. Wichtig ist darüber hinaus vor allem, den Patient*innen im Aufklärungsgespräch sachlich und präzise darzustellen, welches Ergebnis ungefähr zu erwarten sein wird, um so von vornherein eventuell vorhandene überzogene Wunschvorstellungen mit der Realität in Einklang zu bringen. Die Zufriedenheit der Patient*innen ist maßgeblich von der Aufklärung und dem dort geleisteten Erwartungsmanagement abhängig, nicht nur vom reinen Behandlungsergebnis – das kann gar nicht genug betont werden! Zurückhaltung ist geboten, wenn allzu unrealistische Patient*innenerwartungen trotzdem persistieren.

Bei welchen Vorerkrankungen ist eine Unterspritzung nicht ratsam?

Dr. Britz: Unterspritzungen sind nicht ratsam bei Patient*innen mit Immuntherapien und schwerwiegenden Grunderkrankungen, die durch eine Unterspritzung getriggert werden können; hier wäre z.B. ein systemischer Lupus erythematodes zu nennen. Bei Patient*innen mit polyvalenten Allergien und auch Hyperthyreose beobachten wir eine deutliche Verkürzung der Haltbarkeitsdauer der Hyaluronsäuren. Dies muss zumindest im Vorfeld erörtert werden, um spätere Enttäuschungen zu vermeiden.

Wohin steuert die Gesichtsästhetik Ihrer Beobachtung nach aktuell?

Dr. Britz: Na ja, Sie wissen doch: Trends kommen und gehen. Die Reise geht immer weiter durch die verschiedenen Bereiche des Gesichtes – auch beeinflusst durch neue Produkte und Möglichkeiten für bestimmte Indikationen. Zurzeit im Trend liegen hauptsächlich Russian Lips, Kinnaufbau und die Volumisierung der Jawline.

Aber wenn Sie mir noch eine persönliche Bemerkung erlauben: Es ist zum Teil wirklich befremdlich miterleben zu müssen, dass „ästhetische“ Behandlungen heutzutage so wenig mit Ästhetik im eigentlichen Sinne zu tun haben. Der Trend vor allem bei jungen Patient*innen zu deutlich sichtbaren Behandlungen im Sinne von „viel hilft viel“ nimmt aus meiner Sicht insgesamt doch immer weiter zu und ein Ende ist hier wohl noch nicht abzusehen. Demgegenüber ist das Klientel im mittleren und im höheren Lebensalter weiterhin mit dezenten Veränderungen zufrieden. Bei den jüngeren Leuten spukt da vielleicht ein Zeitgeist im Kopf herum, der ihnen einflüstert, dass in der heutigen Zeit „alles möglich“ sei, und deswegen auch „alles“ eingesetzt und gemacht werden müsse – und das ist dann objektiv betrachtet oftmals deutlich zu viel. Anscheinend hat das Motto „weniger ist mehr“ vor allem in der jüngeren Generation zurzeit ausgedient. Aber vielleicht kehrt sich auch dieser Trend irgendwann wieder um.

Quelle: Diskurs Dermatologie

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